Mona

Mona

Verdrehte Welt…

linie grau 84

monaAm Montag, den 06.Sept. 2010, kam jemand mit einem Hund auf das Tierheimgelände, drehte wieder um als er einen Tierheimmitarbeiter sah, ließ den Hund vor dem Tierheim sitzen und verschwand……….

Es handelte sich dabei um eine 14jährige Mischlingsdame, mager, müde und sehr freundlich. Die Tierheimleiterin erkannte diesen Hund. Wochen vorher war eine Frau da, die diesen Hund abgeben wollte, weil er ihrem ehemaligen Lebensgefährten gehörte, der ihr den Hund vor die Tür gesetzt hatte. Die Hündin habe angeblich Bauchspeicheldrüsenkrebs und sie könne es nicht fertig bringen, die alte Dame einschläfern zu lassen. Sie war auch nicht bereit, die letzten Wochen oder Monate mit diesem Tier zu gehen, das sie ein Hundelebenlang kannte. Sie selber hat die 12jährige Tochter von der Hündin. Mit zwei alten Hunden, die ja nicht mehr sehr anspruchsvoll sind, und zwei Kindern fühlte sie sich überfordert. Man versprach ihr, sich nach einer Pflegestelle umzuhören. Allerdings war das nicht von Erfolg gekrönt, denn für eine krebskranke 14jährige Hündin konnte sich keiner finden. Da die Frau Tage zuvor noch einmal anrief und keinen entsprechenden Rückruf erhalten hatte, sah sie sich berechtigt, den Hund einfach am/im Tierheim auszusetzen.

Als die Tierheimleiterin sie anrief und zur Rede stellte, musste sie sich noch beschimpfen lassen. „Schämen Sie sich nicht, jetzt anzurufen? Ich habe oft genug um Hilfe gebeten und keine bekommen. Das sollte man mal öffentlich machen, das Sie als Tierschutz gar nichts tun!“ Die Schimpftiraden gingen dann auf dem AB noch weiter, denn das Telefonat beendete sie, als ihr wiederholt gesagt wurde, dass sie eine Anzeige wegen Aussetzens bekommt. Sie würde der Polizei schon erzählen, dass es rechtens sei, was sie gemacht habe, schließlich hätten wir ihr ja nicht geholfen……..

Was denkt ein Mensch sich dabei? Sie war eine Last geworden, diese liebenswerte Hündin. Sie ist diesen Menschen so egal geworden, dass sie uns noch nicht einmal ihren richtigen Namen genannt haben. Geschweige denn zu ihrer angeblichen Krankheit erzählt haben. Mona – so haben wir sie getauft – wird erst einmal mit 5 Mahlzeiten aufgepäppelt, denn sie ist unglaublich mager und entsprechend ausgehungert. Sie hat einen normalen Stuhl, das ganz und gar gegen eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung spricht. Sie wedelt jeden Menschen und jede Maus freundlich an, dankbar über jede Streicheleinheit. Was hat so ein Tier erlebt, wenn man den Eindruck gewinnt, dass es noch nicht einmal Trennungsschmerz hat, seinen alten Besitzer und Anhang nicht vermisst?

Wir wünschen Mona, dass sie nicht ihre letzten Monate bei uns verbringen muss, sondern noch eine Familie findet, die ihr zeigt, was sie ein leben lang schon war: ein ganz besonderer Hund.