Hope

„Hope“

ein ausgesetztes Pony

linie grau 84

Wie vom Himmel gefallen oder auch Hoffnung für HOPE…

Als am Sonntag, den 18.05.08, die Tierheim-mitarbeiter anriefen und aufgeregt mitteilten, dass ein verhungertes Pferd unweit vom Tierheim mitten im Hammrich stehen würde, konnten wir es nicht so ganz glauben. Wir erfuhren, dass die Polizei und das Veterinäramt schon am Samstag davon Kenntnis erhalten hatten. Über den Notdienst des Vet-Amtes erfuhren wir weiter, dass das Tier von einem Tierarzt schon versorgt worden war. Wir boten an, die Stute auf eine Pflegestelle zu bringen, wurden dann aber auf Montag vertröstet, weil noch einige Sachen geklärt werden müssten. Heute ärgern wir uns, dass wir nicht sofort darauf bestanden haben, das Pony direkt zu übernehmen. Auch der Einwand, dass das arme Tier in seinem erbärmlichen Zustand nicht auf einmal so los fressen dürfe, weil ansonsten die Gefahr einer Kolik bestände, verhalf uns nicht dazu, das geschundene Pferd noch am Sonntag unterzubringen.

Montagnachmittag holten wir sie dann, die Kleine, die wir Hope tauften. Und Hoffnung braucht sie und brauchen wir auch wirklich, denn auch nach einer Woche geht es ihr nicht gut. Sie wollte nicht sofort auf den Anhänger, zeigte Widerspruch. Wie froh waren wir, dass sie noch Kampfgeist zeigte. Den hätten wir ihr bei diesem erbärmlichen Zustand – bis zum Skelett abgemagert, hängendem Kopf und apathisch – nicht unbedingt mehr zugetraut. Als sie dann verladen war, tuckerten wir mit 20km/h von Stapelmoor nach Rhede, wo ihre neue Unterkunft war. Das Abladen verlief problemlos. Aber dann wollte die Kleine absolut nicht in den Stall. Mit Geduld, Ruhe und aufmunternden Worten ging sie nach 45 Min. dann doch in ihre Box. Der Tierarzt war auch sofort vor Ort. Er stellte einen allgemeinen Infekt und hohes Fieber fest, nahm Blut ab und verabreichte entsprechende Antibiose. Wir waren guter Hoffnung, dass Hope – wenn das Fieber sinkt – zu fressen anfangen würde. Aber das tat sie nicht. Da sie nur Gras fraß, wurde sie stündlich für 15 Min. auf die Weide gelassen. Es schien alles positiv, bis sie am Donnerstag einen Rückfall erlitt. Sie bekam eine Infusion, da ihre Leberwerte nicht gut waren. Nun fraß sie wieder, aber der Tierarzt äußerte Bedenken. Es muss einen Grund geben, warum Hope nicht wirklich richtig fressen will. Er setzte sich mit der Tierklinik in Hede in Verbindung und Hope wurde letzten Samstag dorthin gebracht. Sie bekam mehrere Infusionen und hat nun angefangen Heu zu fressen.

Bis sie etwas zunimmt, ist es aber noch ein langer Weg. Gestern wurden weitere Untersuchungen gemacht und dabei wurde eine Bauchfellentzündung festgestellt. Sie ist momentan stabil, aber ihr allgemeiner Zustand ist so furchtbar, dass man immer noch mit dem Schlimmsten rechnen muss.
Aber wo kommt Hope her? So ein Pferd fällt doch nicht einfach vom Himmel! Obwohl sie vorher bestimmt nicht im Himmel war, sondern die Hölle durchgemacht haben muss. Was sind das für Menschen, die zuschauen, wie ein Lebewesen so langsam aber sicher verhungert? Das ist Perversität, ein mieser und grausamer Charakterzug, den nur die menschliche Seele hervorbringt. Es wäre schön, wenn wir Informationen bekämen, wo Hope herkommt.

In der Nacht zum 5. Juni ist Hope über die Regenbrücke gegangen. Sie ist ruhig und ohne Schmerzen eingeschlafen und hat sich entschieden sich von dieser – für sie so grausame Welt – zu verabschieden. Wir sind alle sehr betroffen und bestürzt. Die „Hoffnung“ hatte keiner von uns aufgegeben, aber HOPE hat es getan.

Vielen Dank an alle, die für sie da waren und an sie gedacht haben.

Wir werden weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen um den früheren Besitzer von HOPE ausfindig zu machen und benötigen weiterhin jegliche Unterstützung diesbezüglich.

Wenn Sie eine Vermutung haben oder wissen woher Hope stammt, dann scheuen Sie sich nicht sich beim Tierschutz Rheiderland zu melden. Alle Hinweise werden vertraulich behandelt. Helfen Sie mit diese Straftat zu enttarnen und aufzudecken.

Hope, wir wünschen Dir alles Liebe und werden Dich nie vergessen…

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